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Kurzportrait der Baureihe 082

Beide deutschen Bahnverwaltungen hatten nach dem 2. Weltkrieg mit empfindlichen Engpässen bei der Bereitstellung von geeigneten Lokomotiven zur Bewältigung der enormen Verkehrsleitungen zu beklagen. Der Fahrzeugpark war überaltert und befand sich z.T. in technisch desolatem Zustand. So wurden zu Beginn der 50‘er Jahre sowohl bei der Deutschen Reichs-, als auch der Deutschen Bundesbahn Beschaffungsprogramme für Neubau-Dampflokomotiven aufgelegt, von denen man sich in Verbindung mit der Modernisierung vorhandener Baureihen insgesamt eine Optimierung der Traktion erhoffte. Die Neubau-Programme von DB und DR waren sich ähnlich. Den vordringlichen Bedarf an Neubau-Dampfloks sah man in jenen Leistungsklassen, welche noch überwiegend von Länderbahnlokomotiven abgedeckt wurden, zu denen es keine adäquaten Einheitsbaureihen gab. Insgesamt 484 Neubau-Dampflokomotiven wurden danach an DB (168) und DR (316) beschafft und in Dienst gestellt.

Für den schweren Rangierdienst auf den großen Verschiebebahnhöfen, sowie den nicht elektrifizierten Steilstrecken standen nach dem 2. Weltkrieg überwiegend noch die fünffach gekuppelte und in 1307 Exemplaren gebaute preußische Gattung T 16/T 16.1 (Baureihe 94/94.5) zur Verfügung, welche zur damaligen Zeit im Durchschnitt bereits 30 Dienstjahre im Einsatz standen. Diese Lokomotiven sollten bei der Deutschen Bundesbahn durch die Baureihe 82 ersetzt werden, von der bereits 1950 die ersten Lokomotiven in Dienst gestellt wurden. Bis 1955 wurden in 6 so genannte „Baulosen“ 41 Exemplare von den Lokomotivfabriken Krupp in Essen. Henschel in Kassel, sowie der Maschinenfabrik Esslingen hergestellt und an die DB abgeliefert.
Die Bauartbezeichnung der Baureihe 82 lautet „Eh 2“, wobei „E“ für fünf gekuppelte Antriebsradsätze und „h“ für Heißdampflok steht. Mit der „2“ ist die Anzahl der Dampfzylinder beziffert. Als besonderes Konstruktionsmerkmal ist bei der Baureihe 82 die über sog. „Beugniot-Hebel“ verbundenen Radsätze 1 und 2, sowie 4 und 5 zu erwähnen. Lediglich der Treibradsatz 3 ist fest in dem als Blechkonstruktion ausgeführten Lokrahmen gelagert. Damit konnte mit der Baureihe 82 auch in engen Gleisradien eine hohe Zugkraft erzeugt werden. (Über Beugniot-Hebel vertilgen auch die heute noch im Einsatz befindlichen Lokomotiven der Baureihe 99.72 bei den Harzer Schmalspurbahnen). Die Kessel der Baureihe sind vollständig geschweißt und für einen Höchstdruck von 14 bar zugelassen worden. Sie wurden ausschließlich mit Steinkohle beheitzt.

Der Baureihe 82 war keine lange Lebensdauer beschieden. Zum einen wurden bereits Mitte der 50‘er Jahre die ersten Diesellokomotiven der Baureihe V 60 an die DB abgeliefert und damit die Traktionsumstellung im Rangierdienst eingeleitet, zum anderen vermochte die doch recht komplizierte Neubau-Dampflok trotz einer um 220 PS höheren Leistung gegen die Robustheit ihrer von dem preußischen Ingenieur Robert Garbe durchkonstruierten T 16.1 nicht anzukommen. Als 1972 die Letzte der inzwischen zur Baureihe 082 ungezeichneten Lokomotiven ausgemustert wurden, standen von der Baureihe 094 bei der DB immerhin noch etwa 30 Maschinen im Einsatz. Die Haupteinsatzgebiete der Baureihe 82 waren die Seehäfen in Hamburg und Emden, die Steilstrecke Klosterreichenbach -  Freudenstadt, sowie der Westerwald um Altenkirchen.
Während ihrer somit nur gut zwanzigjährigen Einsatzzeit wurde die Baureihe 82 durch das ehemalige DB-Ausbesserungswerk Lingen (Ems) unterhalten. Mit dem Ausscheiden der letzten 82 bei der DB wurde auch die Dampflokunterhaltung im AW Lingen eingestellt.

Das wurde zum Anlass genommen, die dort noch vorhandene 82 008 der Nachwelt zu erhalten und museal aufzuarbeiten. Nicht weniger als 30 Jahre stand die 82 008 als Denkmal in Lingen, die meiste Zeit davon unter freiem Himmel. Das DB Museum vertilgte schließlich im Februar 2003 die Unterstellung dieser wertvollen Lokomotive in ihrem Außenstandort im ehemaligen Bahnbetriebswerk Neumünster. Dort wird die Lokomotive vom Verein „RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE e.V.” als nicht betriebs-, jedoch schleppfähiges Exponat museal betreut.

Technische und geschichtliche Daten der Baureihe 82

Erstes Baujahr: 1950
Herstellerfirmen: Henschel, Krupp,
Maschinenfabrik Esslingen
Anzahl der Lokomotiven: 41
Ende der Einsatzzeit: 1972
Einzig noch vorhandenes Exemplar: 82 008

Bauart: Eh2
Länge über Puffer: 14060 mn
Indizierte Leistung: 1290 PS
Lokgewicht mit 2/3 Vorräten: 88 t
Kohlenvorrat: 4t
Wasservorrat: 11 m3
Höchstgeschwindigkeit: v/r 70 km/h
Treibraddurchmesser: 1400 mm
Kesselhöchstdruck: 14kg/cm2
Anzahl Rauchrohre: 38
Anzahl Heizrohre: 113
Befahrbarer Gleisradius: 140m

 

Lebenslauf 82 008 (ab 01.01.1968: 082 008-4)

Hersteller:
 Fa. Krupp Essen
Betr-Nr.:  2884
Abnahme:  06.01.1951
Herstellungskosten  211 300,- DM

Stationierungen:

06.01.1951 - 03.12.1951  Bw Hamm (Westf.)
21.12.1951 - 13.02.1957  Bw Hmb.-Wilhelmsburg
14.02.1957 - 23.02.1960  Bw Emden
13.04.1960 - 21.12.1060  Bw Freudenstadt
02.01.1961 - 21.05.1966  Bw Altenkirchen
22.05.1966 - Z Bw Koblenz-Mosel
Z-Stellung:   27.11.1971

Ausmusterung 18.04.1972

1973 — 03.02.2003 Lokdenkmal Lingen

Seit 04.02.2003 als nicht betriebsfähiges Museumsfahrzeug im Standort Neumünster des DB Museums, das einzige noch erhaltene Exemplar dieser Baureihe. Sie stand jahrelang als Denkmal vor dem Lingener Bahnhof, zuletzt jedoch in einer Halle des ehemaligen AW Lingen.




 
82 008 mit abgebauten Treib u. Schwingstangen

Fertig zur Überführungsfahrt

Auf der Überführungsfahrt

Neues Heimat-Bw : Bw Neumünster


 

 
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